[de] Hands On: HTC HD2
Seit etwa zwei Wochen hatte ich nun Gelegenheit das HTC HD2 zu benutzen, und dachte mir es wäre Zeit für ein Hands-On.
Außen
Von außen ist das Smartphone auf den ersten Blick ziemlich groß. Auch liegt es recht schwer in der Hand. Beides sind für mich keineswegs Nachteile, denn: Die Größe des Handys entspricht bis auf wenige Millimeter der Größe des Displays (größer als beim iPhone) und das Gewicht vermittelt (wahrscheinlich nicht zu Unrecht) ein Gefühl der Wertigkeit. So ist etwa die Abdeckung des Akkus auf der Rückseite aus Aluminium gefertigt, und ein Riesendisplay wie dieses wiegt nun einmal auch.
Bei näheren begreifen des Apparates bekommt man zunehmen den Eindruck, das gesamte Gerät wäre aus einem Block Metall herausgeschnitten: nichts bewegt sich, nichts klappert oder quietscht oder erweckt den Eindruck es könnte zerstörbar sein.
Einzig die Kameralinse steht etwas aus dem Monolith heraus, das stört mich aber nicht und wirkt auch dem positiven unzerstörbar Eindruck nicht entgegen.
Fazit außen : super.
Innen
Die wahren Werte bei einem Smartphone offenbaren sich meist erst, wenn das Display anfängt zu leuchten, so auch hier. Zuerst fällt einem natürlich genau das auf: Die Intensität des Displays; und auch hier wieder ein Sieg übers iPhone, das HD2 ist klarer und heller.
Bei meinem letzten Handy war vor allem die Software ein großer Hazzle. Es hatte zwar eine tolle Tastatur zum ausklappen, aber ncihts funktionierte so, wie man meint das es sollte. Das ist beim HD2 ganz anders. Danke HTCs "Sense" merkt man kaum, das man mit Windows Mobile arbeitet. Was man nicht bemerkt sind die Nachteile die diesem nachgesagt werden, z.B. die Kontraintuivität und die Geschwindigkeit. Letzteres liegt sicher am Prozessor. HTC selbst schreibt darüber : "Als weltweit erstes Windows® phone mit kapazitivem Touchscreen und 1 GHz-Prozessor reagiert er außerdem so präzise und schnell auf leichte Berührungen Ihrer Finger, wie Sie es noch nie erlebt haben." Das kann ich nur bestätigen.
Software
Nachdem man eine Weile gestaunt hat, wie schnell alles ist und wie grandios leicht die Dinge fallen, kommen die Vorzüge von Windows Mobile zum Tragen. Die größten sind dabei am besten versteckt; so finden sich wie zufällig unter "Tools" Dinge wie eine sofort einwandfrei funktionierende "Remotedesktop Mobile" Verbindung (!), wahrscheinlich findet man irgendwo sogar einen Wake-On-LAN Knopf, aber ich suche noch. Naja, klar eigentlich, dass die Profi-Tools etwas versteckt sind, während man den obligatorischen Facebook-, Outlook- (auch Exchange) und RSS-Reader Andwendungen den Vorzug in der Menuführung gibt.
Neben solchen Knallern (die im RMD Falle nicht HTC sondern Microsoft anzurechnen sind) finden sich überall Kleinigkeiten die das Leben einfacher machen. Zum Beispiel "Footprints", eine Anwendung, die einem Foto direkt GEO Daten hinzufügt, die Möglichkeit Kontaktbilder vom Facebook Profil des Kontakts zu benutzen, die Möglichkeit alle Schnellstart-Menüs entsprechend der eigenen Bedürfnisse anzupassen ...
Display & Umwelt
Aber warum sich in Kleinigkeiten verlieren die selbstverständlich sein sollten. Noch gar nicht erwähnt habe ich die Touchscreen Empfindlichkeit und Usability, die durchweg gut abgestimmt ist. Zoomen mit zwei Fingern, wie man es vom iPhone kennt ist gar kein Problem.
Neben der Größe und der super Reaktion bemerkt man einige Dinge erst lange nach der ersten Benutzung. Als ich vor kurzem im Auto eine Allee entlang fuhr, bemerkte ich zum Beispiel, dass das Display heller wurde, wenn die Sonne darauf scheint und dunkler, wenn alles schattig ist; natürlich mit fließendem Übergang, weshalb ich es auch erst nach drei Wochen bemerkte.
Überhaupt ist die Reaktion auf die Umwelt bei HD2 gut gelungen. Wenn ich das Handy ans Ohr führe geht der Bildschirm aus. Das spart Akku, den man ja auch nicht benutzen will um das eigene Ohr auszuleuchten. Ziehe ich den Stecker der Kopfhörer pausiert die Musik. Klingelt das Telefon und ich lege es mit dem Display nach unten auf den Tisch wird das Klingeln lautlos.
Oft denkt man einfach: Da hat jemand mitgedacht und eine gute Lösung gefunden.
Konnektivität
Beim ersten einschalten sagt einem das Handy in etwa so etwas: "Hey, lieber Mensch. Ich mache jetzt die ganze Vodafone-Zugriffspunkt Konfiguration für Dich, weil ich weiß wie sehr es nervt Dich mit propietärem Kram auseinanderzusetzen." Das mochte ich.
Auch nett ist, dass wirklich wichtige Dinge wie WLAN-Verwaltung und VPN einfach funktionieren, ohne das man sein Leben dait verschwendet viel darüber nachzudenken. Sag einfach "ja, will das Netz" und "hier nimm das Passwort" und er merkt es sich und nervt einen nie wieder damit. Hier ist sicher auch einiges über Feinabstimmung nachgedacht worden. Es erscheint nicht nach einem gescheiterten Verbindungsversuch eine schwer loszuwerdende Fehlermeldung, sondern vielleicht beim zweiten oder dritten.
Auch die Software hält hier mit. Es hat nur zwei Minuten gedauert, meine drei wichtigsten IMAP Postfächer einzurichten, und das Handy versteht es auch damit umzugehen. Es speichert keinen IMAP Müll lokal auf dem Gerät ab, sondern synchronisiert intelligent mit dem Server. Und erst die ANimationsqualität wenn man E-Mail (siehe auch Fotos oder SMS) durch-blättert...
Nachteile
Bis jetzt habe ich drei Dinge festgestellt, die mich nicht begeistern:
Zuerst wäre da der Akku zu nennen. Das dieser leidet, bei einem deratigen Display, einen derartigen Prozessor und derartigen Modems ist ja klar. Aber man hätte versuchen sollen einen mit höherer Kapazität zu verbauen. Ich lade etwa alle 20 Stunden das Handy.
Zunächst dann das Ladekabel: zwar kann man das Handy üer USB laden, was auch einwandfrei funktioniert, aber der Stecker am Gerät selbst ist kein Standard Mini-USB Stecker. Ich muss also weitere HTC Kabel bestellen, um überall Ladegeräte verteilen zu können.
Und zuletzt: Vor einer Weile wurde ich vom Handy beständig mit der Mitteillung genervt, dass es keine Datenverbindung gibt. Da dies mitten im Karnevals Trubel passierte, bin ich der Sache nicht auf den Grund gegangen. Es kann durchaus sein, dass eben keine 3G Verbindung bestand und ich irgendwas versucht was eine Verbindung erfordert. Seitdem ist das auch nie wieder vorgekommen. Vielleicht sind die Fehlermeldungen einfach nicht für feiernde Menschen konzipiert worden :)
Fazit
Bisher war für mich das iPhone immer das höchste der Gefühle, was Mobiltelephonie angeht. Nachdem ich nun öfter beide Handys gleichzeitig in der Hand gehalten habe, würde ich das HTC jederzeit vorziehen und jederzeit empfehlen.
